Umweltschonender heizen mit dem Porenbrenner
Kontext: Medienservice, S3, Oktober 2001
AutorIn: Margrit de Lainsecq
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Porenbrenner

Bild1: Porenbrenner haben das Potenzial, den Schadstoffausstoss von Erdgasheizungen zu halbieren. (CH-Forschung: Invent AG)

Hochleistungskeramik aus der Schweiz für neue Brennertechnik
Umweltschonender heizen mit dem Porenbrenner
 
(ch-fo) Unterstützt vom Forschungsfonds der Gasindustrie (Foga) arbeitet ein innovatives Tessiner Unternehmen an der Entwicklung einer Hightech-Keramik, welche die Heiztechnik revolutionieren könnte.
Nur gerade einen Millimeter dick ist der Mantel einer Flamme. Weil sich hier die eigentliche Verbrennung abspielt, sprechen Fachleute von der Reaktionszone. "Diese Reaktionszone haben wir bei unserem Gasbrenner vollständig umgebildet", sagt Dietmar Tanke. Er arbeitet bei der Invent GmbH, einer in Bayern (Erlangen) domizilierten Firma, die bis 2003 gemeinsam mit einem Industriepartner eine neuartige Erdgasheizung für Ein- und Mehrfamilien-häuser auf den Markt bringen will. Der Gasbrenner verfügt bei diesem System über keine klassische Flamme mehr. Vielmehr spielt sich die Verbrennung des mit Luft vermischten Gases innerhalb einer porösen Keramik ab, die sehr hohe Temperaturen erreicht und dabei hell und intensiv glüht.

Um 50 Prozent tiefere Emissionen
Der Porenbrenner - so der Name des neuen Systems - stellt immer exakt soviel Heizwärme bereit, wie in einem Haushalt gerade benötigt wird; Und gleichgültig, ob der Porenbrenner gerade viel oder nur wenig Wärme liefert: die Verbrennung bleibt immer gleich sauber. Andere Heizungen hingegen emittieren verhältnismässig mehr Abgase, wenn sie auf Sparflamme funktionieren. Im praktischen Betrieb entlässt der Porenbrenner deshalb nur halb so viele Abgase in die Luft wie herkömmliche Gasheizungen.
Künftig könnten Porenbrenner auch mit vorgängig verdampftem Heizöl betrieben werden. Und wenn stattdessen Biogas oder Rapsöl als Brennstoff dient, wird das neue Heizsystem gar klimaneutral.

Alles hängt an der Keramik
Bisher existiert der Porenbrenner allerdings erst als Prototyp. Ob er bald auf den Markt kommt, hängt ganz entscheidend von der Keramik ab. Die Anforderungen an den Werkstoff sind enorm hoch: er sollte ungezählte Aufwärm- und Abkühlzyklen unbeschadet überstehen und sich in Sekundenschnelle auf bis zu 1'600 Grad Celsius erhitzen lassen. Zu den Firmen, die sich mit der Herstellung solcher extrem belastbaren Keramiken beschäftigen, gehört die Plasma-Jet Technical Coating in Novazzano bei Chiasso. "Wir arbeiten mit Siliziumkarbid, einer Hightech-Keramik der Extraklasse", sagt Geschäftsleiter Manlio Molinari. Die Firma will den Herstellungsprozess für die poröse Keramik so vereinfachen, dass die Massenproduktion möglich wird. Absichtserklärungen von Kunden, die seine Keramik kaufen wollen, sobald sie erhältlich ist, hat Molinari bereits in der Tasche.

Dieser Artikel entstand im Auftrag des Forschungsfonds der Schweizerischen Gasindustrie (Foga).

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