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Image1: Ölkessel raus – Wärmepumpe rein: Das Haus der Familie Siegenthaler wird nun mit einer speziellen Sanierungs-Wärmepumpen beheizt. (ch-fo/Viessmann)
Neue Wärmepumpe für alte Häuser
Ein bewährter Wärmeerzeuger wird noch besser: Durch technische Innovationen erhöht sich die Leistungsfähigkeit von Wärmepumpen zusätzlich. Damit eignen sich diese umweltfreundlichen Heizgeräte auch für die Modernisierung bestehender Bauten mit alten Radiatoren.
Bei steigenden Heizölpreisen denkt manch ein Hausbesitzer über Alternativen zur eigenen Heizung nach. Dabei stehen Wärmepumpen fast immer in der engeren Auswahl. Jetzt könnte der Entscheid zugunsten dieser weit verbreiteten Geräte noch einfacher werden. Denn die Leistungsfähigkeit der Wärmepumpen ist aufgrund zahlreicher technischer Modifikationen noch besser geworden. Dies hat vor allem bei hohen Heiztemperaturen, wie sie in ungedämmten Altbauten üblich sind, Vorteile. Mit den gleichen Kilowattstunden Strom lässt sich mehr Wärme erzeugen.
Forschung ermöglicht Innovationen
Den Durchbruch in der Entwicklung brachte eine simple Überlegung: Der Kompressor der Wärmepumpe leistet die Arbeit, um die Umweltwärme – Aussenluft, Erdwärme oder Grundwasser – auf die gewünschte Heiztemperatur zu bringen. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen beträgt die Differenz zwischen der Aussen- und der Heiztemperatur im tiefen Winter rund 70 Grad. Für einen einzigen Kompressor zu viel, fanden die Wissenschaftler. Tatsächlich arbeiten in diesen Wärmepumpen zwei Kompressoren – so als wären zwei Wärmepumpen hintereinander geschaltet. Damit erreicht der Wärmeerzeuger die hohe Temperatur in zwei Schritten. Die Entwicklung dieser innovativen Wärmepumpen ist das Resultat eines gemeinsamen Forschungsprojektes von Herstellern, Ingenieurbüros und der Fachhochschule beider Basel – finanziert vom Bundesamt für Energie (BFE).
Anpassungsfähiges Heizsystem
Die neuen Wärmepumpen eignen sich für all jene Häuser, die mit einer neuen Heizung ausgerüstet werden, deren Bauhülle aber nicht verbessert wird. In diesen Bauten bleiben zumeist auch die alten Radiatoren im Einsatz, weil sie für hohe Heiztemperaturen konstruiert sind. Falls zu einem späteren Zeitpunkt das Haus mit der längst überfälligen Wärmedämmung nachgerüstet wird, lässt sich mit einem einfachen Handgriff an der Steuerung die Heiztemperatur absenken. Die gesamte Heizungsinstallation bringt auch im sanierten Haus komfortable Wärme in die Wohnräume. Messungen an einer Prototypanlage im Raum Basel belegen ausgezeichnete Leistungen. Vor allem das Verhältnis von produzierter Wärme und notwendigem Strom ist unter diesen Bedingungen besser.
Eine Wärmepumpe ähnlicher Bauart versorgt das Haus der Familie Siegenthaler im sankt-gallischen Muolen. Das Einfamilienhaus benötigt eine Heizleistung von rund 10 Kilowatt, die die Turbo-Pumpe locker schafft. Für Ueli Siegenthaler ist der Wärmeerzeuger eine echte Innovation: "Gute Technik und erst noch umweltfreundlich!" Ein zweites Plus zeigt sich bei der Wassererwärmung. Denn für die Aufwärmung des Boilers sind ebenfalls Temperaturen von 55 Grad nötig. Viele Hauseigentümerschaften heizen den Boiler zur Bekämpfung von Legionellen einmal wöchentlich sogar auf 60 Grad auf. Für die Sanierungspumpe ist dies kein Problem.
Wassererwärmung mit Wärmepumpe
Auch Neubauten haben das Problem hoher Temperaturen, wenn es um die Wassererwärmung geht. Zum Heizen hingegen reichen 30 und 35 Grad, weil die Häuser meist gut gedämmt sind und die Heizverteilung grössere Oberflächen aufweist. Deshalb wird in vielen neuen Einfamilienhäusern neben der Heizungswärmepumpe ein Elektroboiler installiert. Die Raumwärmeerzeugung profitiert so von Umweltwärme, die Wassererwärmung nicht. Das führt zur eigenartigen Situation, dass in gut gedämmten Wohnhäusern die Wassererwärmung mehr Energie braucht als die Raumheizung. Dies zeigen Berechnungen der Energiefachstelle des Kantons Zürich. Zwei Alternativen bieten sich an. Entweder heizt die Wärmepumpe auch den Boiler auf; eine allfällige Nachheizung erfolgt dann elektrisch. Oder die Hauseigentümerschaft leistet sich einen separaten Wärmepumpen-Boiler. Im Rahmen des BFE-Forschungsprojektes Fawa sind die Varianten hinsichtlich ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses bewertet worden. Das Fazit: Wärmepumpen mit integrierter Wassererwärmung erbringen mit dem gleichen Strom 50 Prozent mehr Wärme als Lösungen mit separatem Elektroboiler. Gut sichtbar ist ein derartiger Befund auch auf der Stromrechnung.
Kostenvergleich
Wie Kostenberechnungen des WWF Schweiz zeigen, sind Wärmepumpen in gut gedämmten Häusern auch ökonomisch interessant: Trotz höherer Investitionskosten sind die Jahreskosten bei einem Ölpreis von 70 Franken pro 100 Liter deutlich günstiger als fossile Heizsysteme. Auch die externen Kosten, zum Beispiel durch Umweltbelastung und Gesundheitsbeeinträchtigungen sind geringer. Steigen die Ölpreise weiter und wird eine CO2-Abgabe eingeführt, schneiden Wärmepumpen noch besser ab. Doch wie sieht die Bilanz für das eigene Haus aus? Mit einem Excel-Datenblatt des WWF lassen sich die Kosten verschiedener Heizsysteme vergleichen – eine gute Entscheidungshilfe bei der Wahl des Heizsystems.
Dieser Artikel entstand im Auftrag der Informationsstelle Wärmepumpen.
Image2: Günstiger heizen mit Wärmepumpen: In gut gedämmten Häusern sind Wärmepumpen trotz höherer Investitionskosten günstiger als Öl- oder Gasheizungen. (ch-fo/Quelle: WWF)
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